Coaching-Beispiel

Die heimliche Lust am Scheitern

Coach Astrid-Beate Oberdorf - Wie verzwickt Probleme sein können, zeigt das Beispiel Gregor R.*. Der Dipl. Betriebswirt hatte sich vor zwei Jahren selbstständig gemacht. Seitdem versuchte er – bisher recht erfolglos – als Business-Coach im Mittelstand Fuß zu fassen. Mit 43 Jahren stand er kurz davor, all seine Ersparnisse aufgebraucht zu haben. Schlaflose Nächte raubten ihm seine letzten Kräfte.

Den Anstoß zu einem Coaching gab ihm das Platzen eines größeren Auftrags.
Die Absage zündete eine emotionale Abwärtsspirale in ihm. Schlagartig wurde ihm bewusst, dass ihm in den letzten zwei Jahren mehrere große Aufträge kurz vor der Ausführung storniert wurden.

Es schien als würde es eine Wiederholungsserie in seinem Leben geben.
Wenn das Problem nicht gelöst würde, hätte er keine Chance, mit seiner Selbstständigkeit zu überleben.


Coaching-Ziel

Als Business-Coach war der Klient gut selbstreflektiert. Er wusste genau, dass äußere Misserfolge ihre Resonanz in ihm selbst haben mussten. „Das alles können keine Zufälle mehr sein – ich will endlich den Grund dafür verstehen. Wenn es unbewusste Erfolgskiller in mir gibt, dann will ich sie erkennen und mit Ihrer Hilfe auflösen.“


Der Weg zum Ziel

Schon während der ersten Klärungsfragen zeigte sich, dass der Dipl. Betriebswirt in einem Identitätskonflikt mit seiner Situation als Existenzgründer steckte.

Er verband mit dem Begriff ein Vorstellungsbild von „unfähigen Hungerleidern“. „Wissen Sie, ich kenne unzählige solcher erfolglosen Möchtegerne von Netzwerktreffen. So einer bin ich nicht, so will ich auch auf keinem Fall sein.“ Der Widerstand war unüberhörbar.

Diese Verurteilung führte zu einer drastischen Selbstverleugnung. So legte er unbewusst das optimale Fundament, um genau in die Situation zu kommen, die er ablehnte. Nun musste er sich eingestehen, dass er von Monat zu Monat weniger Erfolg zu verbuchen hatte.

Doch schon 15 Minuten später hatte Gregor R. mit Hilfe eines speziellen 10-Fragen-Modells ein neues Verständnis für seine Sicht auf Existenzgründer. Er erkannte eine grundlegende Fehlannahme und versöhnte sich mit seiner Situation. Danach war es ihn möglich, dazu zu stehen, dass auch er  zu den Existenzgründern gehört – schließlich war er noch im Aufbau seiner Selbstständigkeit. 


Methoden oder was ich aus meinem Werkzeugkoffer zog

Um das Kernthema sichtbar zu machen, wählte ich eine einfache Art der Business-Aufstellung. Sofort wurde deutlich, dass der Dipl. Betriebswirt sich in seinem Berufsleben eine Strategie zugelegt hatte, Ziele so hoch zu stecken, dass Sie für Ihn unerreichbar waren.

Gregor R. hatte sich immer wieder Umstände geschaffen, bei denen er den Anforderungen anderer nicht genügen konnte. Doch waren die Umstände noch nie so existenziell bedrohlich gewesen wie jetzt.

Es zeigte sich mir ein wiederkehrendes Drehbuch seiner Lebensgeschichte. Er lebte die Geschichte des „Gescheiterten Selbst“. Diese Lebensgeschichte ermöglichte es dem Ego, lieber edel unterzugehen, als normal zu sein.

Dem Existenzgründer waren gescheiterte Situationen im Leben viel vertrauter als erfolgreiche. Der Ursprung wurzelte in seiner Herkunft. In der Familie von Gregor gab es einen abgelehnten Onkel, den Bruder des Vaters, den Gregor für seinen individuellen Lebensweg sehr schätzte. Allerdings war der Onkel nach klassischen Gesichtspunkten nicht erfolgreich. Er lebte gut und zufrieden, musste sich aber immer "durchschlagen".

Schon als Kleinkind hat Gregor R. sich unbewusst mit diesem Onkel identifiziert. So erlebte er von Kindesbeinen an, dass seine Eltern unerfüllbar hohe Anforderungen an ihn stellten. Um die Bedürfnisse der Eltern halbwegs zu erfüllen, hatte er sich immer verbiegen müssen. Und obwohl er sein Bestes tat, glaubte er, ihren Erwartungen nie genügen zu können- wie der Onkel, der es seinen Eltern auch nicht recht machen konnte.

Das Problem waren die abgelehnten Anteile innerhalb der Familie. Für Gregor R. entstand nun der innere Widerspruch zwischen dem vertrauten – wenn auch unbewussten – Muster des Scheiterns, und seinem bewussten Erfolgswunsch.


Das Ergebnis

Während des Coachings hat der Business-Coach die Verstrickung seiner unbewussten Glaubens- und Identitätsmuster erkannt. Ihm fiel ein Stein vom Herzen, weil er nun auch frühere Problemsituationen im Beruf besser verstehen konnte. Mit diesem neuen Verständnis haben wir gemeinsam das Fundament für eine neue Strategie entwickelt, die schon bald erste Früchte trug.

Fortsetzung folgt... 


Alles ist möglich

Was glauben Sie wie es einem Menschen wie Gregor geht, wenn er Sprüche hört wie "nichts ist unmöglich", oder "man kann alles erreichen, man muss es nur wollen..."

Solange unbewusste Persönlichkeitsanteile gewünschte Ziele verhindern, wird manchmal -von Zielsetzung zu Zielsetzung- das Leben nur noch weiter von dem jeweiligen Wunsch entfernt.

Wenn Sie so etwas bei sich kennen und gerne beenden möchten, dann rufen Sie uns einfach an. Wir unterstützen Sie gerne!


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Astrid-Beate & Christoph Oberdorf
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